Am 1.6. brechen wir sehr früh und ohne Frühstück Richtung Lake Louise auf, da wir für den dortigen Campingplatz keine Reservierung machen konnten (das geht erst später im Jahr). Es heißt also "first come first serve". Um 7:15 stehen wir am Eingang des Campingplatzes, um 7:30 öffnet das Häuschen, und es heißt leider "alles voll". Aber wir sollen gegen 11 Uhr nochmal wieder kommen, ob dann einige abgereist sind. Hintergrund ist das in meinen Augen etwas merkwürdige "first come first serve" System in Kanada. Jeder, der einen Platz hat, kann bis 11 Uhr den Platz verlängern, hat also Vorrang vor den Frühaufstehern. Bis 11 Uhr gelten also alle Plätze erstmal als belegt. Nur wer wirklich abreist und nicht verlängert, gibt seinen Platz frei. Wieder was gelernt...
Wir nutzen die Gunst der frühen Stunde und fahren zum Moraine Lake, um dort zu frühstücken und zu wandern. Später am Tag wird die Straße gesperrt, sobald die Parkplatzkapazität erschöpft ist (das ist meist zwischen 8 und 9 Uhr der Fall). Ein kurzer Blick auf den See vor dem Frühstück lässt große Enttäuschung aufkommen. Der Wasserstand ist sehr niedrig, die Fläche des Sees ist vielleicht ein Drittel bis maximal die Hälfte der üblichen Größe.
Später im Visitor Center erfahren wir, dass das jahreszeitlich wohl so üblich ist, da der Gletscher, der den See speist, noch nicht geschmolzen ist. Das soll wohl Ende Juni soweit sein.
Einzig vom etwas erhöhten Rockpile Trail hat man einen schönen Blick auf den See und kann erahnen, wie fantastisch es hier in einem Monat sein muss. Auch die türkisgrüne Farbe kommt nur von diesem Aussichtspunkt aus zur Geltung.
Gegen Mittag bekommen wir tatsächlich noch einen Platz auf dem Campingplatz (der soft-sided Campground ist mit einem elektrischen Zaun umgeben, so dass keine großen Tiere raufkommen, ist aber sehr viel ruhiger als der direkt an den Bahngleisen gelegene hard-sided Campground). Die Übernachtungskapazität von Campingplätzen (soft-sided, hard-sided, overflow) und Hotels übersteigt die Einwohner von Lake Louise um das mehrere Hundertfache (ja, Lake Louise ist sehr klein), aber trotzdem ist hier in der Hochsaison alles ausgebucht.
Am Nachmittag fahren wir zum namensgebenden Lake Louise. Hier ist der Wasserstand normal hoch, und wir bewundern die Postkartenidylle mit dem Gletscher im Hintergrund.
Auch ein Murmeltier setzt sich schön in Positur.
Am nächsten Tag machen wir einen Ausflug in den benachbarten Yoho National Park. Leider ist die Yoho Valley Road, die vermutlich schönste Straße im Park, noch gesperrt (öffnet Ende Juni) und damit die Takakkaw Falls nicht zugänglich. Das nächste Ziel, der Emerald Lake, ist immerhin geöffnet und wir umrunden den See auf dem Wanderweg.
Wir stoppen noch bei der Natural Bridge
und fahren dann zu den Wapta Falls. Letztere gehören leider zur Kategorie "lohnt nicht".
Und jetzt noch ein kleines Rätsel: Wie viele Züge sind auf dem folgenden Bild?
Der erste, der die richtige Antwort als Kommentar unten postet, gewinnt ein kleines Mitbringsel. Nur eine Antwort pro Person ist zulässig (Hinweis: wenn Ihr das Mitbringsel haben wollt, müsst Ihr natürlich Eure Identität preisgeben...). Die Auflösung gibt es hier.
2019-06-03
2019-06-01
Banff und Umgebung - Highlights wohin man blickt
Wir sind nun beim ersten Highlight unserer Reise angekommen, dem Banff National Park in Alberta.
Aufgrund der häufigen Regenfälle der ersten Wochen haben wir 2 volle Tage Vorsprung "herausgefahren", und so können wir 2 Tage länger in Banff bleiben als geplant (also insgesamt 4 Tage, plus nochmal 2 in Lake Louise). Wir bekommen auch tatsächlich noch ohne Reservierung einen der letzten Plätze auf dem hiesigen Großcampingplatz, und das Wetter ist mittlerweile recht stabil frühsommerlich warm, und so können wir die schöne Aussicht genießen.
Die erste Wanderung führt in den Johnston Canyon, eine Klamm.
Wir wollten erst nur bis zu den Upper Falls laufen, aber dann laufen wir doch bis zu den Inkpots. Der Weg durch die Klamm und die Fälle sind absolut sehenswert,
aber der weitere Weg zu den Inkpots...ich weiss nicht, ob es an der Höhe liegt, aber die Anstiege fallen recht schwer.
Am nächsten Tag machen wir einen Ausflug in den benachbarten Kootenay National Park (British Columbia) und laufen den Rundwanderweg um den Marble Canyon.
Im Gegensatz zum Johnston Canyon gestern kann man hier nicht durch den Canyon laufen, sondern "nur" von diversen Brücken von oben hineinsehen.
Bei den 3km entfernten Paint Pots handelt es sich um ein Gebiet, in dem früher Ocker abgebaut wurde.
Nach 2 Nächten auf dem Großcampingplatz ziehen wir um auf die reservierte Campsite am Two Jack Lake. Da man zu der Campsite zwangsweise auch ein Fire-Permit und Feuerholz buchen musste, machen wir zum ersten Mal ganz archaisch ein Lagerfeuer (einmal kurz an Greta gedacht wegen der sinnlosen CO2-Produktion, aber es dann trotzdem genossen).
An nächsten Tag laufen wir den Stewart Canyon Trail am Lake Minnewanka.
Der Lake Minnewanka ist zwar größer, aber lange nicht so schön wie der benachbarte Two Jack Lake. Man sieht ihm die künstliche Anlage als Stausee an, außerdem ist der Wasserstand sehr niedrig.
Den Wanderweg müssen wir zeitweise mit 2 Schwarzbären (Mutter und Kind) teilen.
Wir ziehen uns mit den anderen Wanderern auf die Brücke über den Canyon zurück (aber wir wissen nicht recht, ob die Bären die Brücke nicht auch benutzen würden...).
Die Bären ziehen dann aber weiter auf Nahrungssuche in den Wald. Ein schönes Erlebnis!
Am Abend fahren wir noch den Vermillion Lakes Scenic Drive ab,
und morgen früh wollen wir sehr früh Richtung Lake Louise aufbrechen, da dort für unsere Zeiten kein Campingplatz reservierbar war.
Aufgrund der häufigen Regenfälle der ersten Wochen haben wir 2 volle Tage Vorsprung "herausgefahren", und so können wir 2 Tage länger in Banff bleiben als geplant (also insgesamt 4 Tage, plus nochmal 2 in Lake Louise). Wir bekommen auch tatsächlich noch ohne Reservierung einen der letzten Plätze auf dem hiesigen Großcampingplatz, und das Wetter ist mittlerweile recht stabil frühsommerlich warm, und so können wir die schöne Aussicht genießen.
Die erste Wanderung führt in den Johnston Canyon, eine Klamm.
Wir wollten erst nur bis zu den Upper Falls laufen, aber dann laufen wir doch bis zu den Inkpots. Der Weg durch die Klamm und die Fälle sind absolut sehenswert,
aber der weitere Weg zu den Inkpots...ich weiss nicht, ob es an der Höhe liegt, aber die Anstiege fallen recht schwer.
Am nächsten Tag machen wir einen Ausflug in den benachbarten Kootenay National Park (British Columbia) und laufen den Rundwanderweg um den Marble Canyon.
Im Gegensatz zum Johnston Canyon gestern kann man hier nicht durch den Canyon laufen, sondern "nur" von diversen Brücken von oben hineinsehen.
Bei den 3km entfernten Paint Pots handelt es sich um ein Gebiet, in dem früher Ocker abgebaut wurde.
Nach 2 Nächten auf dem Großcampingplatz ziehen wir um auf die reservierte Campsite am Two Jack Lake. Da man zu der Campsite zwangsweise auch ein Fire-Permit und Feuerholz buchen musste, machen wir zum ersten Mal ganz archaisch ein Lagerfeuer (einmal kurz an Greta gedacht wegen der sinnlosen CO2-Produktion, aber es dann trotzdem genossen).
An nächsten Tag laufen wir den Stewart Canyon Trail am Lake Minnewanka.
Der Lake Minnewanka ist zwar größer, aber lange nicht so schön wie der benachbarte Two Jack Lake. Man sieht ihm die künstliche Anlage als Stausee an, außerdem ist der Wasserstand sehr niedrig.
Den Wanderweg müssen wir zeitweise mit 2 Schwarzbären (Mutter und Kind) teilen.
Wir ziehen uns mit den anderen Wanderern auf die Brücke über den Canyon zurück (aber wir wissen nicht recht, ob die Bären die Brücke nicht auch benutzen würden...).
Die Bären ziehen dann aber weiter auf Nahrungssuche in den Wald. Ein schönes Erlebnis!
Am Abend fahren wir noch den Vermillion Lakes Scenic Drive ab,
und morgen früh wollen wir sehr früh Richtung Lake Louise aufbrechen, da dort für unsere Zeiten kein Campingplatz reservierbar war.
2019-05-27
Die Prärieprovinzen: endlose Agrarlandschaft mit wenigen Parks
Nach Überschreiten der Provinzgrenze von Ontario nach Manitoba ändert sich das Landschaftsbild drastisch: Der vorherrschende Mischwald zieht sich zugunsten von Laubwald (meist Birken) zurück, und auch dieser Wald lichtet sich immer mehr. Lange bevor wir Winnipeg erreichen, hat sich der Wald ganz zurückgezogen und Ackerflächen Platz gemacht. Und das wird noch eine Weile so bleiben...
Wir steuern einen der wenigen Nationalparks an, den Riding Mountain National Park am Clear Lake.
Da das Wetter jetzt gut mitspielt, und wir die letzten Tage viel gefahren sind, bleiben wir hier 2 volle Tage. Der Ominnik Marsh Trail ist am Abend sehr schön.
Hier sehen wir wieder Biberburgen, und nun auch die Biber:
Ein sehr schöner schwarz-oranger Vogel produziert sich.
Diese Vögel haben wir sehr häufig in Kanada gesehen, aber ich weiss nicht, welche Art es ist. Die leuchtend orangen Federn sieht man allerdings nur im Flug oder bei gespreizten Flügeln sehr gut.
Ein Bisongehege gibt es auch (aber wir hoffen, später in Yellowstone noch welche in freier Natur zu sehen).
Die Vegetation besteht hauptsächlich aus Birken, die gerade jetzt sehr schön sprießen.
Nach dem Nationalpark fahren wir wieder ein Stück TCH bis Moose Jaw (bereits in der Provinz Saskatchewan), wo wir zu Abend essen: geniale Spare Ribs im Canadian Brewhouse (wir haben erst später erfahren, dass es sich auch hierbei um eine Kette handelt, aber offenbar mal um eine gute). Eigentlich wollten wir in Moose Jaw über Nacht bleiben, aber die Aussicht auf eine Nacht auf einem Parkplatz oder einem völlig überteuerten RV Park begeistert uns nicht, und so beschließen wir beim Abendessen, die eine Stunde bis zum Douglas Provincial Park noch ranzuhängen. Wir kommen erst bei Dunkelheit an, aber dafür wachen wir in schöner Natur auf.
Der Park ist geprägt von einer Sanddünenlandschaft, die man so hier nicht erwarten würde.
Leider ist der Wasserstand des Stausees sehr niedrig, und das nach den ausgiebigen Regenfällen der letzten Tage/Wochen (aber wohl nicht hier...).
Nach 2 Nächten im Provincial Park fahren wir über Neben- Highways weiter nach Westen. Die Landschaft ist endlos langweilig und flach (nur Felder, etwas Vieh wird schon als willkommene Abwechslung wahrgenommen). Da tröstet es nur wenig, dass man immerhin 100 km/h fahren darf. Wenn man 30 Minuten am Steuer sitzt, ist man schon wieder müde und möchte abgelöst werden. Es gibt hier mehr Händler für Landmaschinen als für Autos, und einige Maschinen sehen sehr merkwürdig aus, so dass man sich fragt, wozu die wohl gut sind. Außerdem auffällig ist die Abwesenheit jeglicher Raststellen an den Highways. Wir müssen endlos fahren, bevor wir einen Platz für eine simple Kaffeepause finden...so wird das nichts mit dem Tourismus.
Am Abend erreichen wir East Coulee (in der Provinz Alberta) und besichtigen die Hoodoos. Ein kleines aber touristisch "gut erschlossenes" Gebiet mit seltsamen Felsformationen. Schon einige Kilometer vorher war die Landschaft abwechslungsreicher geworden. Man glaubt gar nicht, welche Wohltat es ist, wenn die Augen wieder was zum Ansehen haben.
Im Nachbarort Drumheller übernachten wir am Fluss (wieder ein iOverlander Tipp). Morgen geht es dann weiter Richtung Calgary und in die Rocky Mountains, die lang ersehnte Abwechslung für die Augen.
Wir steuern einen der wenigen Nationalparks an, den Riding Mountain National Park am Clear Lake.
Da das Wetter jetzt gut mitspielt, und wir die letzten Tage viel gefahren sind, bleiben wir hier 2 volle Tage. Der Ominnik Marsh Trail ist am Abend sehr schön.
Hier sehen wir wieder Biberburgen, und nun auch die Biber:
Ein sehr schöner schwarz-oranger Vogel produziert sich.
Diese Vögel haben wir sehr häufig in Kanada gesehen, aber ich weiss nicht, welche Art es ist. Die leuchtend orangen Federn sieht man allerdings nur im Flug oder bei gespreizten Flügeln sehr gut.
Ein Bisongehege gibt es auch (aber wir hoffen, später in Yellowstone noch welche in freier Natur zu sehen).
Die Vegetation besteht hauptsächlich aus Birken, die gerade jetzt sehr schön sprießen.
Nach dem Nationalpark fahren wir wieder ein Stück TCH bis Moose Jaw (bereits in der Provinz Saskatchewan), wo wir zu Abend essen: geniale Spare Ribs im Canadian Brewhouse (wir haben erst später erfahren, dass es sich auch hierbei um eine Kette handelt, aber offenbar mal um eine gute). Eigentlich wollten wir in Moose Jaw über Nacht bleiben, aber die Aussicht auf eine Nacht auf einem Parkplatz oder einem völlig überteuerten RV Park begeistert uns nicht, und so beschließen wir beim Abendessen, die eine Stunde bis zum Douglas Provincial Park noch ranzuhängen. Wir kommen erst bei Dunkelheit an, aber dafür wachen wir in schöner Natur auf.
Der Park ist geprägt von einer Sanddünenlandschaft, die man so hier nicht erwarten würde.
Leider ist der Wasserstand des Stausees sehr niedrig, und das nach den ausgiebigen Regenfällen der letzten Tage/Wochen (aber wohl nicht hier...).
Nach 2 Nächten im Provincial Park fahren wir über Neben- Highways weiter nach Westen. Die Landschaft ist endlos langweilig und flach (nur Felder, etwas Vieh wird schon als willkommene Abwechslung wahrgenommen). Da tröstet es nur wenig, dass man immerhin 100 km/h fahren darf. Wenn man 30 Minuten am Steuer sitzt, ist man schon wieder müde und möchte abgelöst werden. Es gibt hier mehr Händler für Landmaschinen als für Autos, und einige Maschinen sehen sehr merkwürdig aus, so dass man sich fragt, wozu die wohl gut sind. Außerdem auffällig ist die Abwesenheit jeglicher Raststellen an den Highways. Wir müssen endlos fahren, bevor wir einen Platz für eine simple Kaffeepause finden...so wird das nichts mit dem Tourismus.
Am Abend erreichen wir East Coulee (in der Provinz Alberta) und besichtigen die Hoodoos. Ein kleines aber touristisch "gut erschlossenes" Gebiet mit seltsamen Felsformationen. Schon einige Kilometer vorher war die Landschaft abwechslungsreicher geworden. Man glaubt gar nicht, welche Wohltat es ist, wenn die Augen wieder was zum Ansehen haben.
Im Nachbarort Drumheller übernachten wir am Fluss (wieder ein iOverlander Tipp). Morgen geht es dann weiter Richtung Calgary und in die Rocky Mountains, die lang ersehnte Abwechslung für die Augen.
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