2019-07-02

Oregons Küste: Sand und Mee(h)r

Oregons Küste ist gut versorgt mit State Parks. Alle paar Kilometer ist einer, einige davon kostenpflichtig. Allerdings: wenn man in einem State Park Campground übernachtet hat, ist nicht nur die Gebühr für diesen Park, sondern am Abreisetag der Eintritt in alle Oregon State Parks im Übernachtungspreis inkludiert. Die State Park Campingplätze sind gut ausgestattet, schön gelegen und der Preis ist mit $22 bis $27 in Ordnung.

Unser erster Anlaufpunkt in Oregon ist der Fort Stevens State Park mit dem sehr fotogenen Schiffswrack der Peter Iredale am Strand.


Von der Aussichtsplattform am nördlichsten Punkt Oregons können wir Wale sehen.

Am nächsten Tag fahren wir mit einem Abstecher über den Ecola State Park nach Cannon Beach mit dem bekannten Haystack Rock.

Übernachtung auf dem Wrights Campground in Laufdistanz zum Strand.

In Tillamook verlassen wir den Highway 101 und schieben den Three Capes Scenic Loop ein. Dieser besteht neben einer landschaftlich sehr schönen Straße aus:


  • Cape Meares:
    Ein kurzer Leuchtturm, schöne Ausblicke und der Octopus Tree



  • Cape Lookout:
    Übernachtung auf dem gleichnamigen State Park Campground, Sonnenuntergang und Regenwolken wetteifern miteinander



  • Cape Kiwanda:
    Wir sind abends da, aber dies ist eher eine Lokation für morgens. Trotzdem gibt es eine tolle Walsichtung sehr nah am Strand vom Restaurant aus. Am nächsten Morgen sind wir noch einmal da und genießen die Stimmung und die Felsen.



Wir folgen dem weiteren Verlauf des Highway 101 nach Süden, mit einem Abstecher zum Yaquina Head, und weiter zum Cape Perpetua (ca. 3 Meilen südlich von Yachats). Wir mieten uns auf dem mit $26 völlig überteuerten Cape Perpetua National Forest Campground ein, weil am Abend noch eine Fotosession am Thor's Well ansteht, und der Campground günstig liegt. Die beeindruckende Wellenaktivität in diesem Felsloch sieht man nur bei Hochwasser und entsprechendem Seegang. Sonnenuntergang und Hochwasser fallen auch noch zusammen, alles könnte perfekt sein, nur das Wetter spielt nicht mit. Es ist alles grau in grau, weshalb der Himmel gleich mal aus dem Bild entfernt wurde.

Wir geben Thor's Well am nähsten Abend noch eine Chance, und diesmal spielt das Wetter mit.

Jetzt darf jeder selbst entscheiden, was besser gefällt.

Das Wetter schlägt hier Kapriolen. Innerhalb weniger Minuten wechselt es von strahlendem Sonnenschein zu Nebel. Die beiden Fotos vom Cape Perpetua Lookout unten sind innerhalb von 10 Minuten entstanden. Weitere 5 Minuten und man konnte gar nichts mehr sehen. Aber das macht auch einen ganz besonderen Reiz aus. Während Deutschland unter einer Hitzewelle stöhnt, ist es hier zwar Sommer, aber angenehm frisch und Abends meist noch zu kühl zum Draußen sitzen.



Unsere nächste Station sind die Oregon Dunes. Man läuft vom Parkplatz ca. 30-45 Minuten durch Tiefsand, bis man am Wasser ist. Blöderweise ist die Schranke zum Parkplatz fotografierunfreundlich von 19:00 Uhr bis 07:00 Uhr geschlossen. Wenn also das Licht gerade interessant wird, muss man schon den Rückweg antreten...



Wir verbringen eine Nacht auf dem Waxmyrtle Campground in der National Recreation Area. Leider wird man dort tagsüber durch das Motorengeräusch der Unmengen ATVs gestört, die in den Dünen herumfahren dürfen. Nachts ist das zum Glück verboten. Diese Dünen sind nicht so unser Ding, und so fahren wir schon nach einer Nacht weiter, obwohl wir hier 3 Nächte geplant hatten. Das gibt uns Zeit für andere Entdeckungen...

Eine dieser Entdeckungen ist die Begegnung mit Jan und Dave, über die ich im nächsten Blog ausführlicher berichten werde.

Doch zunächst weiter in Sachen Küste: kurz vor Bandon gibt es drei kleinere State Parks dicht beieinander.: Sunset Bay (hier wollten wir eigentlich übernachten, aber es war voll, und der Strand sah auch nicht so toll aus), Shore Acres und Cape Arago. Hier lohnt insbesondere ein Stopp bei Cape Arago mit seiner Seelöwenkolonie und interessanten Felsformationen.

Unser Weg an der Küste führt uns noch bis nach Bandon mit einem ebenfalls sehr schönen und zerklüfteten Strand, den wir leider nicht zum Sonnenuntergang besucht haben.

Ab hier verlassen wir die Küste und fahren landeinwärts, in Erwartung deutlich höherer Temperaturen. Die Oregon Coast ist wirklich sehr schön und abwechslungsreich, aber auch sehr touristisch. Wirklich einsame Stellen findet man hier eher nicht.








2019-06-24

Washington State: Berge, Küste und Regenwald im Olympic National Park

So, jetzt sind wir also in den USA. Über die Einreise habe ich schon auf der allgemeinen USA-Seite berichtet. Wir dürfen jetzt 6 Monate hier bleiben...

Unser erstes Ziel ist der im äußersten Nordwesten gelegene Staat Washington. Wir kommen in Port Angeles mit der Fähre an und füllen erstmal unseren Kühlschrank mit frischer Ware auf. Da die letzten beiden Tage in Kanada sehr anstrengend waren, steuern wir einen nahegelegenen Campingplatz an, den Salt Creek Campground. Willkommen im Land der Selbst-Registrierungs-Campgrounds, wo man immer Bargeld in einen Registrierungsumschlag stecken muss! Und wir Deppen haben vergessen, in Port Angeles Bargeld am Automaten zu ziehen. Zum Glück reicht das von Zuhause mitgebrachte Restgeld für die erste Nacht.
Am Morgen erkunden wir Tongue Point bei Ebbe und entdecken die ersten Seesterne sowie einen Waschbär, der sich an Seeigeln zu schaffen macht.


Dann müssen wir nach Port Angeles zurück, um Bargeld zu ziehen. Am Straßenrand eine Kontaktanzeige der anderen Art.

Das Wetter ist hier sehr abwechslungsreich. Zwischen Sonnenschein, Nebel und Regen liegen nur ein paar Kilometer (oder Minuten).
Der Olympic National Park besteht aus mehreren Teilbereichen, die über Stichstraßen vom Highway 101 zugänglich sind, und die wir jetzt nacheinander abfahren. Sein Plus ist die Vielseitigkeit.

  • Hurricane Ridge:
    Ausblick auf diverse Gletscher jenseits der 2000m. Die Fahrt führt durch verschiedene Wetterlagen (Sonne an der Küste, nebelverhangen zwischendurch, auf dem Ridge wieder Sonne).



  • Sol Duc Hot Springs:
    Wer nicht explizit zu den heißen Quellen möchte, sollte die Gegend meiden! Der Campingplatz ist reservierbar, aber oft ausgebucht (wie in unserem Fall) und mit $25 im Nationalpark-Mittelsegment. Wir hatten "Glück" und haben auf dem Sol Duc RV Resort noch einen Platz bekommen, aber dieser hält den Rekord für das mit weitem Abstand schlechteste Preis-Leistungs-Verhältnis: $50 für einen Schotterparkplatz, auf dem die Wohnmobile dicht an dicht wie auf einem Parkplatz stehen, keine Duschen (die gibt es nur in den Hot Springs, aber das kostet nochmal $15 p.P. Eintritt), keine WCs, Dump kostet nochmal $10 extra. Das ist der reinste Nepp! Wir waren wegen einer Wanderung hier und wollten danach nicht mehr zurück fahren. Die Wanderung zu den Sol Duc Falls ist zwar schön, kann aber mit dem Hoh Rainforest (siehe unten) nicht mithalten. Die Hot Springs haben wir ausgelassen, zumal unklar ist, welche Temperatur in den Becken herrscht. Ich habe zumindest eine Person im Neoprenanzug in den Becken gesehen...


  • Gegend um Forks:
    Die Stadt ist im Vampirfieber, da die Twilight-Saga hier spielt, aber das lässt uns kalt. Wir verbringen zwei Nächte auf dem Mora Campground des Nationalparks und erkunden Rialto Beach...


... und Second Beach (beide Tage leider diesig, d.h. der schöne Sonnenuntergang fällt aus).



  • Hoh Rainforest:
    Die für mich beeindruckendste Gegend des Parks mit Regenwald und schönen Wanderwegen. Insbesondere der Hall of Moss Trail ist sehr zu empfehlen. Auch der Hoh Campground ist sehr schön gelegen. Wir verschenken unseren Nationalparkpass von Kanada an einen Camper, der Richtung Kanada weiterfährt (eigentlich muss man den Pass unterschreiben, aber das hat in Kanada niemand kontrolliert, und ich hatte es vergessen).






  • Lake Quinault:
    Eigentlich wollten wir hier noch eine Übernachtung einlegen, aber die Gegend kann uns nicht so überzeugen, und so fahren wir weiter über den Moclips Highway an die Küste und übernachten auf einem Campingplatz in den Dünen. Die Zeit der kostenlosen Übernachtungsplätze, die wir in Kanada so oft gehabt haben, ist wohl erst mal vorbei.












2019-06-17

Inside Passage und Vancouver Island: Pazifikküste und Grizzlys

Die Inside Passage von Prince Rupert nach Port Hardy auf Vancouver Island (VI) hatten wir bereits in Deutschland reserviert. Bis 20.6. gilt noch der Winterfahrplan, d.h. die Fähre fährt über Nacht. Ich hatte mir allerdings ausgerechnet, dass das nicht schlimm ist, da es im Juni sehr lange hell ist und man so auch die schöne Landschaft genießen kann. Außerdem kommt man so in den Genuss von zwei Mal Dämmerung. Tatsächlich ist dann der Sonnenuntergang wegen Regen ausgefallen, aber die Morgendämmerung entschädigt und man kann solche Bilder  "mitnehmen".





Wie üblich herrscht in Kanada kein Mangel an baumbestandenen Inselchen...

Die meisten Leute nehmen eine Kabine, aber wir haben darauf verzichtet, da es sowieso nur kurz dunkel wird und ich hauptsächlich fotografieren wollte (insgesamt war es nur von ca. 23:30 bis 4:30 zu dunkel zum Fotografieren). Stattdessen haben wir uns an Bord in der Lounge in die Liegestühle gesetzt (die sind mindestens so bequem wie die Premium Economy im Flugzeug, so kann man etwas schlafen). Nur wenige Leute haben in der Lounge übernachtet, daher war Platz genug. Nur das Essen an Bord ist ... nun ja, es macht satt. Leider kann man bei dem Schiff nicht in Fahrtrichtung voraus fotografieren, da der Bugbereich nicht für Passagiere zugänglich ist.

Gegen Mittag kommen wir auf Vancouver Island an und steuern einen der ersten Campingplätze an, um noch etwas Schlaf von der letzten Nacht nachzuholen. Im Cluxewe Resort bei Port McNeill gefällt es uns aber dann so gut, dass wir noch eine weitere Nacht bleiben. Der Beobachtungsposten eines Weißkopf-Seeadlers direkt über unserem Platz,


ein schöner Ausblick und ein hervorragendes Restaurant haben es uns angetan.

Am nächsten Tag fahren wir nach Telegraph Cove und machen eine Walbeobachtungstour. Leider kann ich die Tour mit der Prince of Whales nicht weiterempfehlen, da die Crew nur auf Orcas fixiert ist und die ebenfalls vorhandenen und für mich viel beeindruckenderen Buckelwale völlig außer Acht lässt. Orcas sind halt viel kleiner und da sich die Schiffe den Orcas nur auf 200 Meter nähern darf, sieht man selbst mit 400mm Brennweite von den Rückenflossen nicht viel. Den anderen Walen dürfte man sich auf 100 Meter nähern und die sind viel größer. Nachdem wir eine Weile mit einer Gruppe Orcas mitgefahren sind, ist der Rest der Tour dann Sightseeing durch das Broughton Archipelago (zugegebenermaßen landschaftlich sehr schön, aber wir hatten ja eine Waltour gebucht...). Nach Buckelwalen wird dann nur noch sehr halbherzig gesucht.

Nach der Rückkehr von der Waltour buchen wir direkt gegenüber bei Tide Rip eine Grizzly Beobachtungstour. Wir haben zwar schon viele Schwarzbären auf der Reise gesehen, aber noch keine Gizzlys, und das wollen wir nun nachholen. Die Tour ist erst am übernächsten Tag, also müssen wir noch eine weitere Nacht in der Gegend verbringen, obwohl es hier nicht so richtig viel zu sehen gibt. Da wir die Grizzly-Tour aber unbedingt machen wollen, wird der Rest der Zeit auf VI dem untergeordnet.

Die Grizzly-Tour ist von Anfang an eine völlig andere Nummer. Zunächst geht es mit Schnellbooten aufs Festland. Unterwegs sehen wir dann einen Buckelwal ...

... und einen Schwarzbären auf der Suche nach Muscheln.


Nach Ankunft am Ziel (Knight Inlet /Glendale Cove) steigt man in flachwassertaugliche Boote um, und kann die Grizzlys in der Flußmündung beobachten.

Um diese Jahreszeit gibt es noch keine Lachse, und die Grizzlys ernähren sich von stärkehaltigen Wurzeln, Gras und Muscheln. Diese Tour ist uneingeschränkt empfehlenswert.




Da wir noch etwas vom Süden der Insel sehen wollen, machen wir nach der Tour noch eine lange Fahrt bis kurz hinter Port Alberni am Sproat Lake. Am nächsten Tag fahren wir bis Ucluelet und wandern verschiedene Sektionen des Wild Pacific Trail (Danke an Jürgen für den Tipp!). Dort gibt es wirklich skurille Bäume ... leider ist das Wetter grau in grau.


Der Lighthouse Loop hat uns am besten gefallen. Auch die Artist Loops sind schön, die Ancient Cedars gibt es anderswo deutlich besser, z.B. auf der Rückfahrt von Ucluelet am Cathedral Grove.

Am Abend fahren wir noch bis Victoria. Die letzten beiden Tage waren anstrengend und lang, aber auch sehr schön. Am nächsten Morgen haben wir einen Platz auf der Fähre nach Port Angeles (USA) reserviert, und werden somit die beiden Metropolen Vancouver und Seattle "links liegen lassen".

Byebye Kanada, hello U.S.A.

P.S.: Ein Fazit zu Kanada spare ich mir, die meisten Informationen habe ich schon auf der allgemeinen Kanada-Seite publiziert.