2019-02-17

Die Lösung des 3D-Puzzle

Jetzt sind es nur noch 7 Wochen, bis Maja verschifft wird, und die Reisevorbereitungen liegen in den letzten Zügen. Ein wichtiges Thema haben wir noch erledigt, und das ist die Ausstattung der Heckgarage.  Diese sieht zwar zunächst sehr geräumig aus, ist aber auch sehr verwinkelt. Hier ein Blick in die (fast) leere Heckgarage:

Ich habe dann mal die Heckgarage komplett mit allen Winkeln vermessen und maßstabsgetreu aufgezeichnet, und auch alle großen bis mittleren Teile vermessen, die wir mitnehmen wollen. Der größte Brocken ist das Kajak, von dem wir zwischenzeitlich befürchtet hatten, es hier lassen zu müssen. Und dann gab es noch ein paar Randbedingungen, z.B. die Schienen für die Verzurrösen sollten frei bleiben, und es sollten auf dem Kajak keine schweren Teile zu liegen kommen. Und dann ging das Puzzlen im Kopf los...da soll noch einer sagen, Reisevorbereitungen wären keine intellektuelle Herausforderung 😕.

Wir sind dann schnell darauf gekommen, dass Euroboxen eine gute Idee wären, um Ordnung zu halten, und sind bei Ab-in-die-Box fündig geworden. Dort haben uns die Boxen mit Frontzugriff besonders gut gefallen, so dass wir diese nun unter das Kajak positionieren können und trotzdem auf den Inhalt zugreifen können, ohne das Kajak jedesmal rausräumen zu müssen. Eine weitere Box dient als "Unterlage" für den Grill. Diese hat ein Sitzkissen, so dass die Box auch als Fußableger dienen kann (da wir ja keine Liegestühle haben, aber trotzdem mal die Füße hochlegen wollen) 😎. Heute haben wir mal Probe gepackt, und so sieht das dann aus:

Und so mit dem Campingtisch, der ja zwischen Gepäckraum und Türen stehend gelagert wird:

Es sind noch nicht alle Teile gepackt, aber die großen Teile haben alle Platz, und die kleinen kommen in die Euroboxen.

Der Gasschrank ist für 2 Gasflaschen ausgelegt, aber eine reicht auch aus, so dass dort auch noch etwas Platz für leichtere Teile ist. Wir werden die Schwimmwesten und Luftpumpe fürs Kajak dort lagern, da man die große Tür des Gasschranks jetzt nur noch öffnen kann, wenn das Kajak ausgeräumt ist. Das ist aber ok, da man den Gashahn auch durch die kleine Luke vorne bedienen kann. Alle anderen Schränke im hinteren Bereich kann man nicht mehr direkt zugreifen, aber da muss man nur ran, wenn irgendwas defekt ist, und dann wird eben ausgeräumt.

3D-Puzzle gelöst 😃!



2018-11-28

Routenplanung Kanada und USA 2019

Hinweis zu den Google Maps Einbettungen auf dieser Seite: Leider zeigt Google Maps die Strecke nicht an, wenn ein Teilstück der Straße gesperrt ist (und im Winter sind einige Teilstrecken gesperrt).

So, die grobe Routenplanung für unser 2019er Reiseabenteuer "steht" soweit:

Kanada: Ost-West-Querung von Halifax bis Vancouver

Maja wird im April nach Halifax verschifft (wir haben bei SeaBridge gebucht). Um die 6 Monate USA-Visum möglichst auszureizen, müssen wir erst Kanada einmal komplett von Ost nach West durchqueren, bevor wir bei Seattle in die USA einreisen.

Würden wir vorher schon in die USA einreisen, kann es sein, dass die 6-Monatsfrist ab dann läuft, und dann reicht die Zeit in den USA nachher nicht mehr (leider ist nicht klar, wie lange man ausgereist sein muss, bis die 6-Monatsfrist erneut gilt ...liegt wohl im Ermessen des Immigration Officer -> wir gehen daher auf Nummer sicher).

Da ist zugegebenermaßen ziemlich viel "Strecke machen" dabei, insbesondere die Teilstrecke zwischen Winnipeg und Calgary bietet wohl kaum sehenswerte Ziele. Der Osten mit Nova Scotia und den Seen und der Westen mit Banff/Jasper NP und der Inside Passage wird dafür aber hoffentlich entschädigen. Alles ist komplett neu für uns.

USA Nordwest: Bellingham bis Colorado Springs




Highlights hier sind Olympic NP, die Oregon Coast, Crater Lake, Painted Hills, Teton/Yellowstone, Mount Rushmore, Badlands, Rocky Mountain NP. Teton/Yellowstone kennen wir schon, und Bernd auch Teile von Oregon, der Rest ist Neuland für uns.

USA Südwest: Colorado Springs bis Amarillo

Die Route sieht etwas "kreuz und quer" aus, aber das liegt daran, dass es im Südwesten sooo viele attraktive Ziele gibt:


Arches, Canyonlands, Grand Canyon, diverse Slot Canyons, Valley of Fire, Yosemite, Sequoia, Joshua Tree, Canyon de Chelly (um nur einige zu nennen). Hiervon kennen wir vieles schon, aber es wird auch Neues für uns geben. Unbedingt ansehen wollen wir diesmal den Bristlecone Pine Forest bei Big Pine. Dieses Ziel konnten wir mit den gemieteten Wohnmobilen nie ansteuern, weil es nur über lange und steile Gravelpisten zugänglich ist. Und ein paar neue Slot Canyons werden wir auch besuchen.

USA Süden und Osten: Amarillo bis Baltimore




Diese Gegend ist komplettes Neuland für uns, wir sind schon sehr neugierig. Die Rückverschiffung erfolgt aus Baltimore. Abhängig davon, wie lange wir durch Kanada brauchen, kann sich die Rückverschiffung durchaus bis in den Dezember 2019 verlagern.

Number Crunching (oder: Reality Check)

Laut Google Maps beträgt die Gesamtstrecke knapp 26.000 km, die reine Fahrzeit dafür beträgt ca. 36 Tage (gerechnet mit einem 8-Stunden-Tag). Die kleineren Fahrten am jeweiligen Zwischenziel zu den Sehenswürdigkeiten sind da noch nicht eingerechnet. Bei einer Gesamtreisedauer von ca. 7,5 Monaten kommt man auf einen Fahranteil von knapp 16%, d.h. statistisch alle 6,4 Tage gibt es einen vollen Fahrtag. Das halten wir mit 2 Erwachsenen, die sich beim Fahren abwechseln können, für gut machbar (bei einer Familie mit kleinen Kindern sähe das bestimmt anders aus). Wir sind auch ziemlich sicher, dass die Vielfahrtage nicht gleichmäßig verteilt sein werden, sondern sich auf den Anfang und das Ende der Reise konzentrieren.

Sollte die Zeit unterwegs knapp werden, gibt es mehrere Optionen zur Verkürzung:
  • Florida-Schleife auslassen
  • Die Schleife um Lake Tahoe und San Francisco auslassen, also über den Tioga Pass nach Yosemite
  • Verzicht auf Mount Rushmore und Badlands und ggf. auch die Gegend um Denver/Colorado Springs, also direkt von Yellowstone/Teton nach Moab
Jede dieser Auslassungen würde uns weh tun, aber trotzdem ist es gut, ein paar solcher Optionen in der Hinterhand zu haben.

Jahreszeitliche Überlegungen

Bei einer so langen Reise kann man nicht an jedem Ort zur optimalen Jahreszeit sein. Ende April und  Mai in Kanada rechnen wir noch mit eher kühlen bis teilweise auch frostigen Temperaturen, so dass wir nicht wissen, wie oft wir wirklich unser Kajak benutzen werden (aber die Heizung im WoMo wurde ja getestet und funktioniert). Die Lachssaison in Kanada werden wir leider nicht mitbekommen. Die anderen Etappen bewegen sich aber nahe am Optimum für die jeweilige Lokation (okay...Death Valley wohl eher nicht...). November und Teile von Dezember in den Südstaaten und Florida ist perfekt, nur die Hurricane-Situation muss man natürlich im Auge behalten. Der letzte Schlag nordwärts bis Baltimore wird dann nochmal frisch, aber da werden wir uns nicht lange aufhalten.

Auch wenn ich für die Planung der Route teilweise die Städte eingetragen habe, werden wir - wie auch früher schon - die Großstädte meiden und unsere Zeit lieber in der Natur verbringen. In die Städte fahren wir höchstens mal kurz zum Einkaufen, aber zum Übernachten sind wir im Allgemeinen wieder raus. Einzig San Francisco steht explizit auf der Tourliste (aber auch das als Streichkandidat, siehe oben).

Und jede Planung hält natürlich nur so lange, bis sie von der Realität eingeholt wird 😀 (jeder Projektleiter wird mir zustimmen).



2018-10-27

Fazit: Nordspanien und Südfrankreich in der Nebensaison

Es war eine sehr schöne Reise, und vor allem Nordspanien war landschaftlich eine Entdeckung für uns, die wir uns so schön nicht vorgestellt hätten. Wir sind auch früher schon prinzipiell eher in der Nebensaison unterwegs gewesen, aber auf dieser Reise gab es einige signifikante Nachteile, die wir so nicht erwartet hätten.

Geschlossene Restaurants und Konditoreien

Das Probieren der regionalen Spezialitäten gehört für uns auch immer zu einer schönen Reise, aber diesmal hat man es uns besonders schwer gemacht. Viele Restaurants hatten schon für die Saison geschlossen, oder nur Mittags geöffnet (aber wir sind eher die Abends-Essen-Geher), so dass wir uns häufig mit einfachen Restaurants behelfen mussten. Auch wenn die angebotenen Speisen in Ordnung oder sogar in ihrer Kategorie gut waren, rechne ich einen Hamburger (z.B.) eher zu den Sattmachern als zu einem leckeren Ausgehen.  Da waren wir 3 Wochen in "Pulpo-Country" unterwegs und ich hatte noch keinen Pulpo essen können! Unsere Hoffnung ruhte dann auf San Sebastian mit seiner erstaunlichen Dichte an Sternerestaurants.  Aber das Glück war uns nicht hold: die gut bewerteten waren alle zum Bersten voll mit langen Schlangen, wir hatten Hunger und waren müde gelaufen, und so endeten wir in einem Restaurant, das zwar viele freie Plätze hatte, aber das hätte uns misstrauisch machen sollen...
Auch die Versorgung mit leckerem Kuchen zum Nachmittagskaffee (bzw. Tee) war schwierig. Die meisten Konditoreien in Spanien waren geschlossen, so dass wir oft auf Supermarktware ausweichen mussten. Kurzum: die Restaurantlage in Spanien war neben dem Wetter ein weiterer Grund, die Reise in Frankreich fortzusetzen.
Aber auch in Frankreich sah die Situation nur teilweise besser aus. Ja, die Konditoreien gab es wieder reichlich, und im Angebot alle Arten von Törtchen, die nicht nur den Gaumen, sondern auch das Auge entzücken.
Hinsichtlich Restaurants sah die Lage aber ähnlich aus wie in Spanien. In Castelnaudary hatten wir Glück, da gab es genau ein geöffnetes  Restaurant und das war sehr gut (und hob die Laune unmittelbar), aber im weiteren Verlauf der Reise nahm die Suche nach einem geöffneten Restaurant für den Abend einen immer größeren zeitlichen Raum ein. Sonntags ist es - ähnlich wie in Darmstadt - generell schwierig, da gibt es praktisch nur Pizza-Lieferservice, und das im Land der Gourmets!
Der Tiefpunkt war in Arles, wo wir Montags einige Stunden mit Recherche verbracht haben ("es muss doch in so einer Stadt etwas geben"). Das Ganze war so zeitaufwändig, weil die Öffnungszeiten laut Tripadvisor und auf den Webseiten der Restaurants oft nicht übereinstimmen, man also immer beides kontrollieren muss, und dann auch noch die Lage checken (was hat man eigentlich früher ohne mobiles Internet gemacht?). Dann hatten wir eins gefunden, das laut beiden Quellen am Abend geöffnet haben sollte ("juchhu"), und standen dann hungrig vor der Tür, aber es hatte trotzdem geschlossen! Unsere Laune war am Ende... Nach erneuter Recherche fanden wir dann doch noch ein provenzalisches Restaurant, was den Abend noch retten konnte.
Versöhnt wurden wir dann erst wieder in Cassis, wo wir im Restaurant des Hotel Mahogany einen wundervollen letzten Abend verbrachten.

Campingplätze

Bereits im Vorfeld hatte ich recherchiert, dass in Spanien viele Campingplätze bereits Ende September für die Saison schließen. Das hatte uns nicht weiter gekümmert, da ich an jeder Lokation mindestens einen noch geöffneten Campingplatz gefunden hatte. Mir ist das allerdings völlig unverständlich, da noch sehr viele WoMos oder ähnliche Gefährte unterwegs waren, das Wetter bestens (wie schon die ganze Saison) und auch der spanische Nationalfeiertag am 12. Oktober und das lange Wochenende sicher noch eine gute Einnahmequelle gewesen wäre.

Die geöffneten Campingplätze waren in Frankreich zwar sehr günstig (in der Nachsaison ca. 12 bis 15€ für Maja und 2 Personen), aber eher abtörnend: die Toiletten zwar sauber, aber regelmäßig ohne Brille und Papier. Die Duschen meist nach draußen hin offen, so dass Mücken (und in der Nachsaison auch die  abendliche Kälte) ungehindert eindringen können.

In Spanien war das Preisniveau etwas höher (meist um die 20€), aber der Komfort auch entsprechend (ordentlich ausgestattete Toiletten und meist geschlossene Duschen).

Im nachhinein war das für uns aber keine Einschränkung, da wir nach Entdeckung der App Park4Night ohnehin lieber "wild" auf einsamen Parkplätzen übernachtet haben.

Autobahn- und Spritpreise

In Frankreich ist beides Gesalzen, in Spanien dagegen erfreulich niedrig. Die Spritpreise in Spanien sind ähnlich wie in Deutschland (angenehm: keine Aufpreise auf Autobahnen).
Autobahngebühren haben wir in Spanien kaum bezahlt. Fast die gesamte A8 in Nordspanien ist frei, nur die Gegend von der französischen Grenze bis ca. Deba ist gebührenpflichtig, aber es ist deutlich günstiger als in Frankreich.

Einsame Ziele

Das Beste am Reisen in der Nachsaison ist es, dass man mehr oder weniger allein ist. Die meisten Strände hatten nur vereinzelte Besucher, und man mag sich gar nicht vorstellen, was in der Hauptsaison los ist. Einen Eindruck davon bekamen wir auf der Ruta del Cares, die wir ausgerechnet am spanischen Nationalfeiertag gewandert sind (ich berichtete). Das ist - trotz aller anderen Nachteile - der Hauptgrund für eine Reise in der Nachsaison. Auch die schönen einsamen Übernachtungsplätze wären in der Hauptsaison sicher oft schon besetzt gewesen...

Majas "Leistung"

Nach dem ersten längeren Einsatz können wir nur Gutes berichten. Alles funktioniert einwandfrei. Maja hat alle - auch anspruchsvolle - Passagen hervorragend gemeistert. Wir sind auch sehr glücklich mit den Fahrwerksanpassungen, die wir haben vornehmen lassen. Die engen kurvigen Bergstraßen in Spanien und die endlosen französischen Kreisverkehre wären natürlich auch ohne das befahrbar gewesen, aber so war es deutlich angenehmer. An vielen Stellen waren wir schon jetzt froh, nur 5,91 Meter Gesamtlänge und etwas mehr Bodenfreiheit zu haben, sonst hätten wir einige Strecken schon gar nicht fahren können.
Ja, natürlich ist es eng, und man muss sehr diszipliniert jedes Teil nach Gebrauch wieder wegpacken. Aber daran gewöhnt man sich nach kurzer Zeit.
Optimierungsbedarf gibt es noch bei der Matratze (zu weich) und bei der Packstrategie im Kofferraum, schließlich soll im nächsten Jahr das Kajak wieder unser ständiger Begleiter sein...