2019-09-16

Entlang des Highway 395 - Teil 2

Hier nun der zweite Teil unserer Reise entlang des Highway 395 (zum ersten Teil).

Mono Lake

Auf unserem Weg zum Tioga Pass stoppen wir kurz am Südufer des Mono Lake, der durch seine skurrilen Tuffsteingebilde bekannt ist.

Der Rundwanderweg ist gut illustriert und gefällt uns deutlich besser als das Pendant auf der Nordseite des Sees.


Yosemite National Park - Tuolumne Meadows

Am Mono Lake zweigt die Straße über den Tioga Pass zum Yosemite National Park ab. Eigentlich wäre dieser Park ein eigenes Kapitel wert, aber da unser Hauptbesuch im Yosemite Valley später auf der Reise folgt, und wir jetzt nur kurz vom Highway 395 nach Tuolumne Meadows und wieder zurück auf den Highway 395 fahren, sortiere ich es hier ein.

Das Landschaftsbild hier oben ist geprägt von Granitfelsen, Wiesen und Bächen.

Wir bleiben 3 Nächte auf dem Tuolumne Meadows Campground (vorreserviert, aber wäre nicht unbedingt nötig gewesen).
Für Bernd ist Yosemite der Lieblings-Nationalpark, für mich eher naja (schön, aber ohne Begeisterungsstürme). Wir unternehmen einige Wanderungen und kajaken mit "Flip" einen ganzen Tag auf dem Lake Tenaya.


Lake Tahoe

Da uns das Kajakfahren so richtig Spaß macht, kommt das nächste Ziel Lake Tahoe gerade recht. Wir haben hier 3 Nächte eingeplant, um ausgiebig zu kajaken. Wir haben nichts vorreserviert, was sich als Fehler herausstellt, aber wir kommen doch noch überwiegend nett unter. Einmal auf dem Kaspian National Forest Campgroung (nicht so toll, eher für Zelte), einmal auf dem Meeks Bay National Forest Campground (super, direkt am See), und einmal auf der Tahoe City State Rec Area (auch schön, aber nicht so toller Strand). Da wir nur kajaken, gibt es keine Bilder. Aber es ist ein richtiger Workout, da der Wind unberechenbar aus allen Richtungen weht.

Am Abreisetag erleben wir auf dem Weg zur Küste noch einen richtigen Kälteeinbruch: am Donner Pass gibt es Schneetreiben!

Das hält aber zum Glück nicht lange an, und lange bevor wir die Küste erreichen, scheint wieder die Sonne.











2019-09-10

Entlang des Highway 395 - Teil 1

Aus der Hitze des Death Valley kommend, fahren wir über Panamint Springs wieder heraus und treffen südlich von Lone Pine auf den Highway 395. Dieser Streckenabschnitt des Death Valley hat uns noch nie gefallen, und so auch jetzt nicht. Aber die 395 nördlich bietet einige interessante und landschaftlich reizvolle Gegenden. Diese Strecke ist die direkte Verbindung der beiden Nationalparks Death Valley und Yosemite, und der eilige USA-Tourist im gemieteten WoMo wird hier wahrscheinlich ohne Stopp "durchrauschen", was sehr schade ist. Wir  fahren einige bekannte und noch unbekannte Stellen an. Aufgrund der Höhenlage herrschen nachts wieder angenehme bis frische Temperaturen, so dass wir gut schlafen können.

Alabama Hills

Den Anfang machen die Alabama Hills direkt westlich von Lone Pine. Über 400 Filme sind in dieser Felslandschaft gedreht worden, meist (ältere) Western, aber auch einzelne Szenen aus modernen Filmen. Und das beste daran: in dieser skurrilen Felslandschaft darf man legal und kostenlos campen. Wahrlich der beste Campingplatz unserer bisherigen Reise! Wir bleiben 2 Nächte und packen zum ersten Mal auf dieser Reise die Drohne "Willi" aus.


Zeit genug, den Mobius Arch und den Lethe Arch zu verschiedenen Tageszeiten zu fotografieren, jeweils mit Mount Whitney, dem höchsten Berg der Sierra Nevada, im Hintergrund.





Ancient Bristlecone Pine Forest

Bei Big Pine zweigt die Straße zum Bristlecone Pine Forest ab, die bis zum Visitor Center / Schulman Grove jetzt asphaltiert ist, so dass man auch mit gemieteten Wohnmobilen hier fahren darf.
Diese Bristlecone Pines sind die ältesten Lebewesen auf diesem Planeten, einige sind über 4000 Jahre alt und leben immer noch!

Wer sich noch weiter wagen möchte, muss eine extrem schlechte Rüttelpiste in Kauf nehmen, um zum Patriarch Grove auf über 3450 m Höhe zu gelangen. Dies ist für gemietete Wohnmobile tabu, aber wir wagen uns trotz der Warnschilder weiter.

Obwohl dort offiziell kein Camping erlaubt ist, übernachten wir dort oben zum Fotografieren (der höchste Übernachtungspunkt unserer Reise). Bei Temperaturen knapp oberhalb des Gefrierpunkts muss ich für die nächtliche Fotosession wieder lange Unterwäsche, Mütze und Handschuhe herauskramen, aber es lohnt sich.


Für das letzte Bild hat der Mond den Vordergrund beleuchtet, und im Hintergrund spielt ein Gewitter.

Devils Postpile

Mammoth Lakes ist ein amerikanisches Skigebiet, aber die Gegend hat auch im Sommer durch die vielen Seen einiges zu bieten. Eine Stichstraße zweigt zum Devils Postpile National Monument ab. Ein kurzer Rundwanderweg führt von unten und von oben an das Monument heran.

Wir sehen auch nach "unserem" Bäumchen, das oben auf dem Monument zwischen den Basaltsäulen unter widrigen Umständen wächst und gedeiht. Wir haben es als Winzling auf unserer ersten USA-Reise 1999 entdeckt. Jetzt ist es immerhin fast mannshoch.


Der sehr schön gelegene Devils Postpile Campground ist leider geschlossen, so dass wir auf den Lake Mary Campground ausweichen. Hier packen wir zum ersten Mal auf dieser Reise unser Aufblaskajak "Flip" aus.

Die weitere Reise nördlich entlang des Highway 395 wird in einem separaten Post beschrieben.




2019-09-03

Nevada und Death Valley - wie entkomme ich der Hitze?

Aufgrund der Hitze, die wir in den letzten Tagen im südlichen Utah erlebt haben, müssen wir unsere weitere Reiseplanung anpassen. Eigentlich waren 3 Nächte im Valley of Fire geplant, und danach 1 Nacht in Las Vegas im Hotel (das schon von Deutschland aus gebucht war). Valley of Fire mit Temperaturen weit jenseits der 40°C ist als Übernachtungsort ausgeschlossen. Das schmerzt mich sehr, weil der State Park sehr schön ist und wir auf vergangenen Reisen dort immer nur durchgefahren sind. Damit wir wenigstens etwas davon mitbekommen, buchen wir nun 2 Tage Las Vegas im Hotel und machen einen Tagesausflug dahin. Das bereits gebuchte Hotel in Vegas müssen wir wieder stornieren, weil wir ja jetzt früher ankommen, und wegen des Labor Day Wochenende sind die Preise deutlich höher als üblich. Aber wir freuen uns auf 2 Tage Luxus im klimatisierten Hotel.

Las Vegas ist nicht unser Ding. Natürlich sehen wir uns einen Abend "den Strip" an und gehen nett Essen, aber die Stadt ist für uns zu künstlich und zu deutlich auf Abzocke ausgelegt.



Ein architektonisches Highlight gibt es allerdings: ein Gebäude des Stararchitekten Frank Gehry, der sich an einem "Center for Brain Health" ausgelassen hat. Mir ist allerdings nicht klar, wie man in einem solchen Gebäude seine geistige Gesundheit wiedererlangen (oder behalten) soll...

(nein, das ist kein Photoshop!)

Der Ausflug zum Valley of Fire führt uns zunächst am Lake Mead entlang, der ein trostloses Bild abgibt. Der "Scenic Byway" am See entlang ist überhaupt nicht "scenic", vom See sieht man wegen des zurückgegangenen Wasserspiegels kaum etwas, die ehemals am Seeufer gelegenen "Strände", z.B. Echo Bay, sind lange verlassen und die Gebäude verfallen. Der Campingplatz dort ist zwar noch in Betrieb, aber wer möchte hier schon Zeit verbringen?

Das Valley of Fire entschädigt dann aber voll für die verkorkste Anreise. Die Scenic Road Stichstraße macht ihrem Namen alle Ehre. Leider muss man den Park zum Sonnenuntergang wieder verlassen (sofern man nicht übernachtet), also bleibt nur Zeit für einige wenige Highlights. Wir konzentrieren uns auf den oberen Teil der Scenic Road um White Domes und Parking Lot #3 (als Vorbereitung auf einen Besuch kann ich den exzellenten eGuide von Synnatschke empfehlen). Die auf viele verschiedene Arten gestreiften Felsen sind einfach unglaublich!




Der weitere Verlauf der Reise führt uns ins kalifornische Death Valley. Auch hier sind zu hohe Temperaturen vorhergesagt, um eine Übernachtung im Park in Erwägung zu ziehen. Also bleiben wir unserer Strategie treu und buchen eine Nacht in einem Motel in Beatty. Das ist ein typisch amerikanisches Motel und verfügt auch über einen großen Kühlschrank, so dass wir unseren Kühlschrank im Wohnmobil einmal in Ruhe abtauen lassen können. Dem ist die Hitze auch nicht gut bekommen...

Im Death Valley ist es dann entgegen der Vorhersagen eher diesig und daher nicht gaaaanz so heiß, was eine interessante Stimmung ergibt.


In Badwater, dem tiefsten Punkt des Death Valley, ist es dann aber wieder gewohnt heiß. Ist schon interessant, welche Joggingstrecken sich manche Leute aussuchen...


Die Racetrack Playa hätte ich mir gerne angeschaut und dort auch übernachtet, aber leider sind wir ja im Motel. Am nächsten Tag durchqueren wir noch einmal das Death Valley auf der Fahrt von Beatty nach Lone Pine. Insgesamt ist Ende August / Anfang September nicht die richtige Zeit für das südliche Utah, Nevada und Death Valley. Aber es war klar, dass wir nicht überall zur besten Jahreszeit sein können und wir haben das Beste aus der Situation gemacht.