Von Sedona brechen wir auf zur kommerziellen Südseite des Grand Canyon (über unseren Aufenthalt an der Nordseite habe ich hier berichtet). Von unterwegs buchen wir uns noch schnell 2 Nächte auf dem Mather Campground ein, die erste Nacht verbringen wir im National Forest.
Die Nordseite sieht ungefähr 10% der Besucherzahlen und die Südseite etwa 90%, entsprechend durchorganisiert ist dort alles. Die meisten zentralen Aussichtspunkte darf man gar nicht mit dem eigenen Auto anfahren, sondern muss den Shuttlebus nehmen. Das ist aber längst nicht so komfortabel wie z.B. in Zion, weil es 3 verschiedene Buslinien gibt, und man also entsprechend oft umsteigen muss. Aber immerhin fahren die Busse bis eine Stunde nach Sonnenuntergang, sind also Fotografen-freundlich.
Während man auf der Nordseite zum Sonnenaufgang meist völlig allein ist, und zum Sonnenuntergang eine Handvoll Leute neben sich hat, steht man sich auf der Südseite auf den Füßen. Den Fotos sieht man das nicht mehr an, aber man muss teilweise sehr hartnäckig den Platz für das Stativ verteidigen, und selbst zu früher Stunde sind die Aussichtspunkte komplett voll. Ich hatte mir einen "strategischen" Aussichtspunkt ausgesucht, bei dem man zu beiden Seiten fotografieren kann. In der Praxis ist es dann aber gar nicht möglich, mal eben die Seite zu wechseln, weil dort zu viele Leute stehen.
Landschaftlich ist die Südseite meines Erachtens einen Tick besser, weil man einen freieren Blick auf den Colorado hat, aber die Atmosphäre ist auf der Nordseite deutlich angenehmer.
Während man sich mit den letzten bzw. ersten Strahlen der Sonne hauptsächlich auf das Spiel von Licht und Schatten konzentriert und Details der Landschaft herausstellt,
ist die Zeit nach Sonnenuntergang bzw. vor Sonnenaufgang die beste Zeit für das große Panorama, da dann die Farben besonders intensiv leuchten.
2019-10-10
2019-10-07
Rund um Sedona
Sedona (AZ) ist umgeben von landschaftlichen Schönheiten. Egal aus welcher Richtung man hinein oder hinaus fährt, die Aussicht ist spektakulär. Es gibt auch sehr viele Wanderwege, so dass einem nicht langweilig wird. Allerdings wird an den Wanderparkplätzen heftig abkassiert fürs Parken, und leider gibt es oft keine Parkplatzalternativen, selbst wenn man einen längeren Fußweg in Kauf nehmen würde. $10 und mehr sind keine Seltenheit, völlig unüblich für den Südwesten!
Man kann ihn aus unterschiedlichen Blickwinkeln ablichten,
und auch auf den Sattel zwischen den Felskuppen hochklettern (eine Wanderung, die laut Reiseführer "von praktisch jedem zu bewerkstelligen sein sollte"). Ich bin aber offenbar nicht "praktisch jeder", denn die Kletterei war mir zu schwierig. Und einige andere Frauen haben auch an der gleichen Stelle abgebrochen, und auf ihre Männer gewartet (die natürlich hoch sind 😉 ).
Aber der Blick von der halben Höhe ist auch sehr schön...
Kleine Anekdote am Rande: Auf der Zufahrtsstraße zur Kapelle herrscht eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 25 mi/h. Als wir vom Highway abbiegen, hat ein übereifriger Anwohner nichts Besseres zu tun, als empört auf das entsprechende Schild zu zeigen, obwohl wir zu dem Zeitpunkt nur 17 mi/h fahren. Ich hätte ihn fragen sollen, ob wir ihm zu langsam fahren :-) aber wahrscheinlich hätte er die Ironie nicht verstanden...
So spektakulär die Landschaft auch ist, wir fühlen uns hier nicht so recht wohl. Das liegt an mehreren Faktoren. Zum einen hat sich hier ein seltsames esoterisches Völkchen angesiedelt. Durchaus wohlhabend, aber es wird allerlei Firlefanz angeboten wie "Chakra Readings", "Chakra Alignments", heilende Steine und dergleichen mehr. Selbst in Restaurants gibt es spezielle Menüs, die das seelische Gleichgewicht wieder herstellen sollen. Ob die Anbieter wirklich selbst an ihren Unfug glauben oder nur auf einer Welle schwimmen, um den Besuchern das Geld aus der Tasche zu ziehen...ich weiss es nicht, und es ist auch egal. Jedenfalls wird man in der Stadt mit solchen zweifelhaften Angeboten überschwemmt. Zum anderen scheinen insbesondere Wohnmobile in der Stadt nicht willkommen zu sein. Originalton im Visitor Center auf meine Frage, wo man denn Wasser in den Tank nachfüllen kann: "Die Stadt tut nichts für Camper". Es gibt also - anders als in anderen Städten dieser Größe - keinerlei öffentliche Dumpstationen oder Wasserzapfstellen. Es gibt ein paar wenige kommerzielle Campingplätze, die wahrscheinlich völlig überteuert sind. Wir interessieren uns nicht dafür, denn zum Glück ist Sedona umringt von National Forest, so dass man preiswert bis kostenlos dort übernachten kann (vorausgesetzt, man bringt genug Wasser mit). Insgesamt hinterlässt der offensichtliche Reichtum der Stadt und seiner Bewohner (wir haben keinerlei ärmliche Gegenden gesehen, fast nur Villen), verbunden mit der Abkassiermentalität einen faden Beigeschmack. Trotzdem bleiben wir 4 Nächte in der Gegend und konzentrieren uns auf die Landschaft.
Cathedral Rock
Die bekannteste Landmarke der Stadt ist der Cathedral Rock.Man kann ihn aus unterschiedlichen Blickwinkeln ablichten,
und auch auf den Sattel zwischen den Felskuppen hochklettern (eine Wanderung, die laut Reiseführer "von praktisch jedem zu bewerkstelligen sein sollte"). Ich bin aber offenbar nicht "praktisch jeder", denn die Kletterei war mir zu schwierig. Und einige andere Frauen haben auch an der gleichen Stelle abgebrochen, und auf ihre Männer gewartet (die natürlich hoch sind 😉 ).
Aber der Blick von der halben Höhe ist auch sehr schön...
West Fork Oak Creek
Eine Wanderung entlang des Oak Creek in eine Schlucht, mit mehreren Flussquerungen. Leider können wir erst am späteren Nachmittag loslaufen, da der Parkplatz vorher überfüllt ist, und kommen daher wegen der hereinbrechenden Dunkelheit nicht mehr bis ans Ende.Chapel of the Holy Cross
Ja, eine Kapelle zählt zu den Hauptattraktionen der Stadt. Es ist ein modernes Gebäude, das sehr schön in die umgebende Felslandschaft integriert ist.Kleine Anekdote am Rande: Auf der Zufahrtsstraße zur Kapelle herrscht eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 25 mi/h. Als wir vom Highway abbiegen, hat ein übereifriger Anwohner nichts Besseres zu tun, als empört auf das entsprechende Schild zu zeigen, obwohl wir zu dem Zeitpunkt nur 17 mi/h fahren. Ich hätte ihn fragen sollen, ob wir ihm zu langsam fahren :-) aber wahrscheinlich hätte er die Ironie nicht verstanden...
So spektakulär die Landschaft auch ist, wir fühlen uns hier nicht so recht wohl. Das liegt an mehreren Faktoren. Zum einen hat sich hier ein seltsames esoterisches Völkchen angesiedelt. Durchaus wohlhabend, aber es wird allerlei Firlefanz angeboten wie "Chakra Readings", "Chakra Alignments", heilende Steine und dergleichen mehr. Selbst in Restaurants gibt es spezielle Menüs, die das seelische Gleichgewicht wieder herstellen sollen. Ob die Anbieter wirklich selbst an ihren Unfug glauben oder nur auf einer Welle schwimmen, um den Besuchern das Geld aus der Tasche zu ziehen...ich weiss es nicht, und es ist auch egal. Jedenfalls wird man in der Stadt mit solchen zweifelhaften Angeboten überschwemmt. Zum anderen scheinen insbesondere Wohnmobile in der Stadt nicht willkommen zu sein. Originalton im Visitor Center auf meine Frage, wo man denn Wasser in den Tank nachfüllen kann: "Die Stadt tut nichts für Camper". Es gibt also - anders als in anderen Städten dieser Größe - keinerlei öffentliche Dumpstationen oder Wasserzapfstellen. Es gibt ein paar wenige kommerzielle Campingplätze, die wahrscheinlich völlig überteuert sind. Wir interessieren uns nicht dafür, denn zum Glück ist Sedona umringt von National Forest, so dass man preiswert bis kostenlos dort übernachten kann (vorausgesetzt, man bringt genug Wasser mit). Insgesamt hinterlässt der offensichtliche Reichtum der Stadt und seiner Bewohner (wir haben keinerlei ärmliche Gegenden gesehen, fast nur Villen), verbunden mit der Abkassiermentalität einen faden Beigeschmack. Trotzdem bleiben wir 4 Nächte in der Gegend und konzentrieren uns auf die Landschaft.
2019-10-03
Südkalifornien - endlose Wüste
Die Aktion mit der Spureinstellung für Maja in Bakersfield hat länger gedauert als erwartet, so dass wir an dem Tag nicht mehr weit kommen. Wir übernachten auf einem kommerziellen Campground in Mojave.
Die Landschaft in der Mojave-Wüste ist karg und langweilig, die Orte sind so "reizend" wie Hinkley (Schauplatz des Films "Erin Brockovich"). Unser Ziel ist der Joshua Tree Nationalpark. Der Weg führt teilweise parallel zur berühmten Route 66. Ich kann den Kult um diese Straße nicht nachvollziehen. Sie führt parallel zur Interstate durch genauso trostlose Gegenden, mit dem einzigen Unterschied, dass man nicht so schnell voran kommt. Ich habe ja nichts gegen langsames Fahren, wenn die Gegend schön ist. Aber hier will man einfach nur möglichst schnell durch...
Der Joshua Tree Nationalpark ist der einzige Lichtblick in dieser Einöde und lohnt den Umweg in den Süden. Er besticht durch die namensgebenden Joshua Trees
sowie ungewöhnliche Felsformationen, z.B. den Skull Rock
Wir verbringen 2 Nächte hier auf unterschiedlichen Campgrounds, einmal Jumbo Rocks und einmal Hidden Valley, alle sehr schön gelegen. Um diese Zeit ist eine Reservierung nicht notwendig. Das Klima ist sehr angenehm, tagsüber 20-25°C, nachts angenehm frisch.
Von den Wanderwegen im Park ist das Hidden Valley besonders zu empfehlen. Die Schönheiten des Parks befinden sich praktisch nur im nördlichen Teil, eine Fahrt in den Süden lohnt sich höchstens bis zum Cholla Cactus Garden.
Man fasst es kaum, aber trotz Warnschildern überall, dass die Kakteen üble Stacheln haben und man nichts anfassen soll, greifen die Leute sofort in die Kakteen! Da kommt der Erste-Hilfe-Kasten gerade recht...
Der Sternenhimmel im Park ist aufgrund der Lichtverschmutzung des nahegelegenen Los Angeles und des regen Flugverkehrs nicht sooo toll, aber es reicht für ein paar nette Fotos.
Wir verlassen den Park durch den südlichen Ausgang, die Landschaft wird wieder eintönig. Da wir Großstädte nicht mögen, lassen wir Los Angeles und San Diego aus und steuern von hier direkt Arizona an. Mit Passieren der Staatsgrenze tauchen die ersten für Arizona typischen Saguaro-Kakteen auf, die auch auf dem Nummernschild zu sehen sind. Unser nächstes Ziel ist Sedona.
Die Landschaft in der Mojave-Wüste ist karg und langweilig, die Orte sind so "reizend" wie Hinkley (Schauplatz des Films "Erin Brockovich"). Unser Ziel ist der Joshua Tree Nationalpark. Der Weg führt teilweise parallel zur berühmten Route 66. Ich kann den Kult um diese Straße nicht nachvollziehen. Sie führt parallel zur Interstate durch genauso trostlose Gegenden, mit dem einzigen Unterschied, dass man nicht so schnell voran kommt. Ich habe ja nichts gegen langsames Fahren, wenn die Gegend schön ist. Aber hier will man einfach nur möglichst schnell durch...
Der Joshua Tree Nationalpark ist der einzige Lichtblick in dieser Einöde und lohnt den Umweg in den Süden. Er besticht durch die namensgebenden Joshua Trees
sowie ungewöhnliche Felsformationen, z.B. den Skull Rock
Wir verbringen 2 Nächte hier auf unterschiedlichen Campgrounds, einmal Jumbo Rocks und einmal Hidden Valley, alle sehr schön gelegen. Um diese Zeit ist eine Reservierung nicht notwendig. Das Klima ist sehr angenehm, tagsüber 20-25°C, nachts angenehm frisch.
Von den Wanderwegen im Park ist das Hidden Valley besonders zu empfehlen. Die Schönheiten des Parks befinden sich praktisch nur im nördlichen Teil, eine Fahrt in den Süden lohnt sich höchstens bis zum Cholla Cactus Garden.
Man fasst es kaum, aber trotz Warnschildern überall, dass die Kakteen üble Stacheln haben und man nichts anfassen soll, greifen die Leute sofort in die Kakteen! Da kommt der Erste-Hilfe-Kasten gerade recht...
Der Sternenhimmel im Park ist aufgrund der Lichtverschmutzung des nahegelegenen Los Angeles und des regen Flugverkehrs nicht sooo toll, aber es reicht für ein paar nette Fotos.
Wir verlassen den Park durch den südlichen Ausgang, die Landschaft wird wieder eintönig. Da wir Großstädte nicht mögen, lassen wir Los Angeles und San Diego aus und steuern von hier direkt Arizona an. Mit Passieren der Staatsgrenze tauchen die ersten für Arizona typischen Saguaro-Kakteen auf, die auch auf dem Nummernschild zu sehen sind. Unser nächstes Ziel ist Sedona.
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