Von Louisiana nach Alabama queren wir erst noch den Staat Mississippi, aber hier fahren wir auf der Interstate 10 einfach nur durch. Hinter Mobile biegen wir in Richtung Süden ab. Die Landschaften sind ähnlich zu LA: sehr sumpfig mit den schon bekannten Zypressen und wahrscheinlich auch wieder vielen Mücken. Auch das Straßenbild ist sehr ähnlich mit den stark gemischten "guten" und "schlechten" Häusern. Am Gulf State Park stoßen wir zum ersten Mal auf die Küste des Golf von Mexico mit seinen langen blendend weißen Sandstränden und den opportunistischen Vögeln, die sich immer in der Nähe der Fischer aufhalten. Es könnte ja ein Brocken abfallen...
Hier nehmen wir auch zum ersten Mal bewusst den Intracoastal Waterway wahr, ein Geflecht von teils natürlichen, teils künstlichen Wasserwegen, das sich fast um die gesamte Golf- und Atlantikküste der USA zieht. Der Gulf Intracoastal Waterway reicht von Texas bis Fort Myers (FL). Die vorgelagerten Inseln bilden mit dem Festland, Flussmündungen und Buchten einen natürlichen Wasserweg, der durch künstlich angelegte Kanäle zu einem durchgehenden schiffbaren Weg erweitert wurde.
Der Gulf State Park ist mit $60 für den Campingplatz der teuerste dieser Reise, aber er ist auch sehr groß und schön angelegt. Das Restaurant "The Perch" in der State Park Lodge ist auch sehr empfehlenswert.
Leider können wir die Annehmlichkeiten des State Park gar nicht richtig würdigen, denn es zieht uns weiter ins benachbarte Florida.
2019-11-10
2019-11-09
Louisiana - Sümpfe und New Orleans
Wir fahren vom Caddo Lake weiter nach Louisiana zum Black Bayou Lake National Wildlife Refuge, in Erwartung weiterer Landschaften mit den beeindruckenden Sumpfzypressen. Die gibt es prinzipiell auch am Black Bayou Lake, aber lange nicht so schön wie am Caddo Lake. Hier stehen nur die Stümpfe der Zypressen im Wasser, oben herum sind sie praktisch kahl. Ob das immer so ist, oder durch einen kürzlichen Sturm verursacht wurde, können wir nicht sagen. Am Cheniere Lake ist es auch nicht so toll, und die Gegend ist ziemlich heruntergekommen. Wir bedauern schon, nicht länger am Caddo Lake geblieben zu sein, und beschießen die Weiterfahrt nach Süden in Richtung Golfküste.
Auffällig am Straßenbild ist, dass es keine "guten" oder "schlechten" Viertel gibt, noch nicht einmal "gute" oder "schlechte" Straßen. Hier stehen Paläste direkt neben heruntergekommenen Bruchbuden, und das wechselt sich ständig ab.
Um nicht am Wochenende in New Orleans zu sein (die ohnehin schon teuren Campingplätze sind dann noch teurer), planen wir die Route etwas um und fahren zuerst nach New Orleans.
Wir übernachten auf dem Pontchartrain Landing RV Park (mit Passport America ist der Preis mit $41 ok) und nehmen das angebotene Shuttle ins French Quarter gerne an. Wir gehen Essen und bummeln danach noch etwas durchs French Quarter, aber wie schon so oft lösen Städte bei uns keine Begeisterung aus.
Die Musik, die überall aus den Kneipen ertönt, ist auch nicht so recht überzeugend (Bernds Aussage, ich bin ja völlig unmusikalisch und könnte das gar nicht beurteilen). Also sind wir mit ein paar Stunden mal wieder bedient und flüchten am nächsten Morgen wieder Richtung Natur: das Atchafalya Basin, ein riesiges Sumpfgebiet mit sehr wenig Straßen, wartet.
Unsere erste Station ist das Bayou Teche Natural Wildlife Refuge. Der angepriesene Boardwalk ist nach wenigen Metern schon wieder zu Ende, ist also eine herbe Enttäuschung. Wir fahren weiter und übernachten im Lake Fausse Point State Park. Der See ist zwar schön, aber zumindest vom State Park aus hat man keinen guten Blick auf die Sumpfzypressen. Außerdem wird man von Mücken aufgefressen, sobald man das Auto verlässt. Wir bleiben nur eine Nacht und fahren weiter zum Lake Martin.
Dieser See ist wieder so, wie man sich Louisiana vorstellt: mit vielen fotogenen Sumpfzypressen, Vögeln, Alligatoren, Schildkröten, und einer mystischen Stimmung.
Es gibt hier auch einen Boardwalk, der deutlich länger und besser ist als im Bayou Teche NWR. Das Wetter ist zwar nicht so toll, aber wir machen trotzdem eine Bootstour (unbedingt empfehlenswert!). Der Bootsführer erzählt uns, dass es hier keine Mücken gibt, weil die Bäume ein natürliches Insektenabwehrmittel produzieren. Tatsächlich sehen (und spüren) wir auf der Bootstour keine einzige Mücke, aber als wir auf dem Parkplatz des Bootstouranbieters übernachten, ist es das gleiche wie schon am Abend vorher. Lake Martin versöhnt uns wieder etwas mit Louisiana. Es gibt hier wahrscheinlich noch mehr schöne einsame Ecken, aber sie zu finden ist das eine, und sie anfahren zu können ist das andere. Das Atchafalya Basin ist eine Region, die man am besten vom Wasser aus erkundet.
Wir fahren erneut Richtung New Orleans und stoppen noch an 2 Plantagen. In Houmas House, einer ehemaligen Zuckerrohrplantage, machen wir eine geführte Tour durch das Anwesen.
Der Führer spricht aber extrem schnell und schafft es trotzdem, das Wort "Sklaverei" auf der gesamten Tour nicht einmal zu erwähnen. Danach fahren wir noch auf der Oak Alley Plantation an, aber nur für einen kurzen Fotostopp der namengebenden Eichenallee.
Es ist schon zu spät für eine ausgedehnte Tour, aber immerhin wird dort das Thema Sklaverei nicht verschwiegen.
Wir fahren noch einmal an New Orleans vorbei und über den Pontchartrain Causeway zum Fontainebleau State Park, unserer letzten Station in LA. Das war eigentlich nur als Übernachtungsplatz geplant, entpuppt sich aber als sehr schöner kleiner Park.
Auffällig am Straßenbild ist, dass es keine "guten" oder "schlechten" Viertel gibt, noch nicht einmal "gute" oder "schlechte" Straßen. Hier stehen Paläste direkt neben heruntergekommenen Bruchbuden, und das wechselt sich ständig ab.
Um nicht am Wochenende in New Orleans zu sein (die ohnehin schon teuren Campingplätze sind dann noch teurer), planen wir die Route etwas um und fahren zuerst nach New Orleans.
Wir übernachten auf dem Pontchartrain Landing RV Park (mit Passport America ist der Preis mit $41 ok) und nehmen das angebotene Shuttle ins French Quarter gerne an. Wir gehen Essen und bummeln danach noch etwas durchs French Quarter, aber wie schon so oft lösen Städte bei uns keine Begeisterung aus.
Die Musik, die überall aus den Kneipen ertönt, ist auch nicht so recht überzeugend (Bernds Aussage, ich bin ja völlig unmusikalisch und könnte das gar nicht beurteilen). Also sind wir mit ein paar Stunden mal wieder bedient und flüchten am nächsten Morgen wieder Richtung Natur: das Atchafalya Basin, ein riesiges Sumpfgebiet mit sehr wenig Straßen, wartet.
Unsere erste Station ist das Bayou Teche Natural Wildlife Refuge. Der angepriesene Boardwalk ist nach wenigen Metern schon wieder zu Ende, ist also eine herbe Enttäuschung. Wir fahren weiter und übernachten im Lake Fausse Point State Park. Der See ist zwar schön, aber zumindest vom State Park aus hat man keinen guten Blick auf die Sumpfzypressen. Außerdem wird man von Mücken aufgefressen, sobald man das Auto verlässt. Wir bleiben nur eine Nacht und fahren weiter zum Lake Martin.
Dieser See ist wieder so, wie man sich Louisiana vorstellt: mit vielen fotogenen Sumpfzypressen, Vögeln, Alligatoren, Schildkröten, und einer mystischen Stimmung.
Es gibt hier auch einen Boardwalk, der deutlich länger und besser ist als im Bayou Teche NWR. Das Wetter ist zwar nicht so toll, aber wir machen trotzdem eine Bootstour (unbedingt empfehlenswert!). Der Bootsführer erzählt uns, dass es hier keine Mücken gibt, weil die Bäume ein natürliches Insektenabwehrmittel produzieren. Tatsächlich sehen (und spüren) wir auf der Bootstour keine einzige Mücke, aber als wir auf dem Parkplatz des Bootstouranbieters übernachten, ist es das gleiche wie schon am Abend vorher. Lake Martin versöhnt uns wieder etwas mit Louisiana. Es gibt hier wahrscheinlich noch mehr schöne einsame Ecken, aber sie zu finden ist das eine, und sie anfahren zu können ist das andere. Das Atchafalya Basin ist eine Region, die man am besten vom Wasser aus erkundet.
Wir fahren erneut Richtung New Orleans und stoppen noch an 2 Plantagen. In Houmas House, einer ehemaligen Zuckerrohrplantage, machen wir eine geführte Tour durch das Anwesen.
Der Führer spricht aber extrem schnell und schafft es trotzdem, das Wort "Sklaverei" auf der gesamten Tour nicht einmal zu erwähnen. Danach fahren wir noch auf der Oak Alley Plantation an, aber nur für einen kurzen Fotostopp der namengebenden Eichenallee.
Es ist schon zu spät für eine ausgedehnte Tour, aber immerhin wird dort das Thema Sklaverei nicht verschwiegen.
Wir fahren noch einmal an New Orleans vorbei und über den Pontchartrain Causeway zum Fontainebleau State Park, unserer letzten Station in LA. Das war eigentlich nur als Übernachtungsplatz geplant, entpuppt sich aber als sehr schöner kleiner Park.
2019-11-03
Texas - Caddo Lake
Texas - tja, was soll man dazu schreiben? Bei der Einfahrt grüßt uns schon ein Schild der NRA, und überall "Trump 2020" Schilder in den Vorgärten. Aber lassen wir die politische Gesinnung mal außen vor. Schon bei der Vorbereitung der Reise zuhause hatte ich Schwierigkeiten, in dem riesigen Staat nennenswerte Ziele zu finden. Es gibt nur zwei Nationalparks, aber die liegen für uns zu weit von der Route und scheinen auch nach den ganzen Highlights des Südwestens keinen größeren Umweg mehr wert zu sein. Selbst "Durchreiseziele" (die gut für eine Nacht sind) sind rar gesät. An diesem Informationsstand ändert sich im Laufe der Reise auch nichts. Einzig der Caddo Lake (halb in TX, halb in LA gelegen) schien mir ein nennenswertes Ziel zu sein. Also beschließen wir, in 2 Tagen dorthin durchzufahren, mit nur einem kurzem Stopp zum Übernachten im Seebee City Park in Abilene.
Bei der Durchfahrt ändert sich diese Meinung nicht. Texas ist größtenteils flach, im Westen eher offen, im Osten stark bewaldet, und deutlich dichter besiedelt als der Südwesten. Es gibt ein paar Seen (meist State Parks oder City Parks), ganz nett aber nicht überwältigend.
Und dann kommen wir im Caddo Lake State Park an: was für ein Kontrastprogramm zu unserer letzten Station White Sands! Der See ist wunderschön, und zum ersten Mal sehen wir die malerischen Sumpfzypressen, die über und über mit Spanischem Moos bewachsen sind. In der Morgendämmerung mit Nebel über dem Wasser ergibt das eine einzigartige Stimmung.
Der Pier am See ist mit einer Eisschicht bedeckt, während ich die Fotos mache, und ich bin völlig durchgefroren, aber das ist egal. Die ersten Sonnenstrahlen spielen mit dem Nebel...
Caddo Lake ist der einzige natürliche See in Texas, alle anderen sind Stauseen. Wir bleiben 3 Nächte auf dem State Park Campingplatz und machen Ausflüge mit dem Boot und mit Maja ins Caddo Lake National Wildlife Refuge. Man muss aber sagen, dass sich die Schönheit des Sees erst vom Wasser aus richtig erschließt. Es scheint hier auch regelmäßig Überschwemmungen zu geben, denn alle Häuser des nahegelegenen Ortes Uncertain sind auf Stelzen gebaut.
Ich möchte behaupten, dass wir zur idealen Jahreszeit hier waren, mit den Sumpfzypressen in schönen Herbstfarben.
Vielleicht tuen wir dem Staat Unrecht, aber dann sollten sie m.E. etwas an ihrer Marketingstrategie arbeiten. Ich habe mich wirklich bemüht, im Rest von Texas schöne Ziele zu identifizieren, aber vergeblich. Immerhin ist der Caddo Lake wirklich ein Topziel!
Bei der Durchfahrt ändert sich diese Meinung nicht. Texas ist größtenteils flach, im Westen eher offen, im Osten stark bewaldet, und deutlich dichter besiedelt als der Südwesten. Es gibt ein paar Seen (meist State Parks oder City Parks), ganz nett aber nicht überwältigend.
Und dann kommen wir im Caddo Lake State Park an: was für ein Kontrastprogramm zu unserer letzten Station White Sands! Der See ist wunderschön, und zum ersten Mal sehen wir die malerischen Sumpfzypressen, die über und über mit Spanischem Moos bewachsen sind. In der Morgendämmerung mit Nebel über dem Wasser ergibt das eine einzigartige Stimmung.
Der Pier am See ist mit einer Eisschicht bedeckt, während ich die Fotos mache, und ich bin völlig durchgefroren, aber das ist egal. Die ersten Sonnenstrahlen spielen mit dem Nebel...
Caddo Lake ist der einzige natürliche See in Texas, alle anderen sind Stauseen. Wir bleiben 3 Nächte auf dem State Park Campingplatz und machen Ausflüge mit dem Boot und mit Maja ins Caddo Lake National Wildlife Refuge. Man muss aber sagen, dass sich die Schönheit des Sees erst vom Wasser aus richtig erschließt. Es scheint hier auch regelmäßig Überschwemmungen zu geben, denn alle Häuser des nahegelegenen Ortes Uncertain sind auf Stelzen gebaut.
Ich möchte behaupten, dass wir zur idealen Jahreszeit hier waren, mit den Sumpfzypressen in schönen Herbstfarben.
Vielleicht tuen wir dem Staat Unrecht, aber dann sollten sie m.E. etwas an ihrer Marketingstrategie arbeiten. Ich habe mich wirklich bemüht, im Rest von Texas schöne Ziele zu identifizieren, aber vergeblich. Immerhin ist der Caddo Lake wirklich ein Topziel!
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